Forum Replies Created
-
AuthorPosts
-
January 7, 2026 at 1:08 pm in reply to: PISA – Communicate results & engage in an action plan #23180nbellman@uni-muenster.deParticipant
Sehr geehrte Redaktion,
in Ihrem Artikel zu den aktuellen PISA-Ergebnissen beschreiben Sie einen deutlichen Leistungsrückgang bei Schülerinnen und Schülern in vielen europäischen Ländern. Diese Entwicklung ist ohne Zweifel besorgniserregend. Aus unserer eigenen Analyse der PISA-Daten ergibt sich jedoch ein etwas anderer Schwerpunkt, den wir im Artikel vermissen.
Wir haben uns mit dem Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status von Schülerinnen und Schülern und der Nutzung digitaler Lernressourcen im Fach Mathematik beschäftigt. Die Daten zeigen, dass Kinder aus sozial besser gestellten Familien im Durchschnitt über mehr digitale Lernmittel verfügen und diese auch häufiger nutzen. Gleichzeitig wird deutlich, dass es innerhalb aller sozialen Gruppen große Unterschiede gibt. Der soziale Hintergrund hat also Einfluss, erklärt die Leistungen aber nicht allein.
Kritisch sehen wir, dass der Artikel teilweise einfache Erklärungen für komplexe Probleme nahelegt, etwa durch den Verweis auf Migration oder Lehrermangel. Die PISA-Daten geben dafür jedoch nur begrenzt Anlass. Sie zeigen Leistungsunterschiede und soziale Ungleichheiten, erlauben aber keine eindeutigen Aussagen über Ursachen oder Schuldzuweisungen.
Aus den PISA-Ergebnissen lässt sich ableiten, dass soziale und digitale Ungleichheiten eine wichtige Rolle für Bildungschancen spielen. Nicht ableiten lässt sich jedoch, welche konkreten politischen Maßnahmen automatisch zu besseren Leistungen führen würden. PISA ist ein wichtiges Vergleichsinstrument, aber keine umfassende Erklärung für die Probleme der Bildungssysteme.
Eine stärkere Einordnung der sozialen Rahmenbedingungen hätte aus unserer Sicht zu einer ausgewogeneren Berichterstattung beigetragen.
Mit freundlichen Grüßen
Gruppe 5 -
AuthorPosts